DFB Trikots WM 2018

Bei der WM 2018 in Russland gilt es für die Nationalmannschaft von Bundestrainer Joachim Löw wieder zu zeigen, dass man auch weiterhin zur Weltspitze gehört. Das selbstausgerufene Ziel ist nämlich die Titelverteidigung. Dies gelang bisher nur den beiden anderen großen Fußballnationen Italien (1934, 1938) und Brasilien (1958, 1962). Deutschland würde gerne in diesen illusteren Kreis vorstoßen und damit gleichzeitig gemeinsam mit Brasilien Rekordweltmeister werden. Wie die DFB Elf dabei auftreten wird, wie sie sich bei früheren Turnieren schlug, welche Trikots sie tragen wird und vieles mehr haben wir hier für euch zusammengetragen.

Kurzinfo: Deutschland
Verband:Deutscher Fussball Bund
FIFA Weltranglise:Platz 3
Trainer:Joachim Löw
Heimtrikot:Weiß
Auswärtstrikot:Grün
Ausrüster:Adidas
Erfolge:Weltmeister: 1954, 74, 90, 2014
Europameister: 1972, 80, 96

Wie sieht das DFB Trikot WM 2018 aus?

Adidas, seit nunmehr über 60 Jahren Partner und Ausrüster des DFB wird im November die neuen Trikots für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland vorstellen. Dann wird auch die endgültige Qualifikation der Nationalelf rein rechnerisch in trockenen Tüchern sein. Als amtierender Weltmeister und Aushängeschild der Firma aus Herzogenaurach wird es sicherlich wieder ein ganz spezielles design ausschließlich für die deutsche Nationalmannschaft geben. Nach dem eher mäßigen Erfolg des EM 2016 Trikots von Adidas in den Läden und Onlineshops könnte es gut sein, dass man sich für die WM wieder für ein etwas extravaganteres Trikotdesign entscheidet.

Das Heimtrikot 2016 war nicht so beliebt wie sein 4-Sterne Vorgänger von 2014.
Das Heimtrikot 2016 war nicht so beliebt wie sein 4-Sterne Vorgänger von 2014.
Das EM 2016 Away Trikot war revolutionär, da es als Wendetrikot designt wurde.
Das EM 2016 Away Trikot war revolutionär, da es als Wendetrikot designt wurde.

Das Confed Cup Trikot wurde bereits 2016 vorgestellt und wird schon seit einigen Spielen in der Qualifikation getragen. Betrachtet man das Confed Cup Trikot 2017 mit seinem stark an die Trikots der 1980er und 1990er erinnernden Webemuster genauer, so ist die Vermutung wohl nicht abwegig, dass auch das WM Trikot 2018 eine Hommage an diese Jahrzehnte werden könnte.

In der Nahaufnahme: Das neue Deutschlandtrikot 2017. Photo: Adidas Presse.

Gerade die Trikots von 1990 und 1994 gelten unter den fans als ikonische ausreißer aus den sonst eher dezenten weiß-schwarzen Trikots und sind äußerst beliebt. Wird es also ein comeback der Kulttrikots geben? Im November wissen wir alle mehr!

Lothar Matthäus und Pierre Littbarski mit dem WM Pokal nach dem dritten Titelgewinn 1990 in Rom. Das Trikot ist mittlerweile Kult. AFP PHOTO
Lothar Matthäus und Pierre Littbarski mit dem WM Pokal nach dem dritten Titelgewinn 1990 in Rom. Das Trikot ist mittlerweile Kult. AFP PHOTO

Wie ist Deutschlands Bilanz bei Turnieren?

Die deutsche Nationalmannschaft ist eines der wenigen Teams das es geschafft hat bei fast jeder Weltmeisterschaft dabei zu sein. Nur beim inaugurationsturnier 1930 (wirtschaftliche Gründe) und der Nachkriegs-WM 1950 (der DFB war noch nicht wieder Mitglied der FIFA) nahm man nicht teil. In somit 18 Turnieren stand man 14 mal unter den besten vier beziehungsweise im Halbfinale und 8 mal im Finale, beides WM Rekord. So ist es nur verständlich, dass man auch bei der WM 2018 in Russland wieder mit sehr hohen ansprüchen ins Turnier gehen wird. Wie bei den letzten vier Weltmeisterschaften sollte das Mindestziel wohl das Halbfinale sein.

JahrGastgeberErgebnis
1934ItalienDritter
1938FrankreichAchtelfinale
1954SchweizWeltmeister
1958SchwedenVierter
1962ChileViertelfinale
1966EnglandVizeweltmeister
1970MexikoDritter
1974DeutschlandWeltmeister
1978ArgentinienZwischenrunde
1982SpanienVizeweltmeister
1986MexikoVizeweltmeister
1990ItalienWeltmeister
1994USAViertelfinale
1998FrankreichViertelfinale
2002Japan & SüdkoreaVizeweltmeister
2006DeutschlandDritter
2010SüdafrikaDritter
2014BrasilienWeltmeister
2018Russland??
Die letzte Startaufstellung Deutschlands in der WM-Quali gegen Aserbaidschan am 26.03.2017. AFP PHOTO.
Das Aufgebot der Nationalmannschaft beim Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan am 29.03.2017.. AFP PHOTO.

Fünf Siege aus fünf Spielen und 20:1 Tore ist die bisherige Bilanz der Nationalmannschaft in der Qualifikationsgruppe C für die WM 2018 in Russland. Sollte es zu keinen massiven Abnormalitäten kommen, ist die Qualifikation für die Endrunde nur noch reine Formsache. Beim Confed Cup 2017, der wie die WM in Russland stattfinden wird kann Jogi Löw dann sicherlich einige neue Erkenntnisse gewinnen. Er wird hierbei wohl vielen jungen Talenten die Chance geben, sich fürs nächste Jahr zu empfehlen. Inwiefern der Confed Cup also ein realistischer Spiegel für die Leistungsfähigkeit des Teams sein wird ist somit höchstens fraglich. Nichtsdestotrotz würde sich die Trophäe gut im Schrank des DFB im Fussballmuseum in Dortmund machen, hat man sie bei zwei vorherigen Teilnahmen doch noch nie gewinnen können.

Wer Spielt bei Deutschland?

Nach den Rücktritten von einigen Stammspielern wie Philipp Lahm, Miro Klose, Per Mertesacker, Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger musste Jogi Löw in den letzten Jahren einige neue Talente in die Mannschaft einbinden. Nimmt man die Resultate der WM-Quali und der letzten EM ist ihm dies jedoch erstaunlich gut gelungen. Auch bei der WM 2018 werden wir sicher wieder einige neue Gesichter aus den Talentschmieden der Bundesliga für Deutschland auflaufen sehen. Wer den Cut für den 23er Kader machen wird bleibt also weiterhin spannend.

NummerNameVereinGeburtsdatum
Torhüter
1Manuel NeuerFC Bayern München27.03.1986
12Bernd LenoBayer 04 Leverkusen04.03.1992
22Marc-André ter StegenFC Barcelona30.04.1992
32Kevin TrappParis-Saint-Germain08.07.1990
Abwehr
5Mats HummelsFC Bayern München16.12.1988
17Jérôme BoatengFC Bayern München03.09.1988
4Benedikt HöwedesFC Schalke 0429.02.1988
16Antonio RüdigerAS Rom03.03.1993
3Jonas Hector1.FC Köln27.05.1990
2Shokdran MustafiFC Arsenal17.04.1992
?Benjamin HenrichsBayer 04 Leverkusen23.02.1997
18Joshua KimmichFC Bayern München08.02.1995
?Niklas Süle1899 Hoffenheim03.09.1995
?Sebastian Rudy1899 Hoffenheim28.02.1990
Mittelfeld
6Sami KhediraJuventus Turin04.04.1987
20Karim BellarabiBayer 04 Leverkusen08.04.1990
10Mesut ÖzilFC Arsenal15.10.1988
8Toni KroosReal Madrid04.01.1990
21Ilkay GündoganManchester City24.10.1990
7Julian DraxlerParis-Saint-Germain20.09.1993
9André SchürrleBorussia Dortmund06.11.1990
11Marco ReusBorussia Dortmund
15Julian WeiglBorussia Dortmund08.09.1995
19Leroy SanéManchester City11.01.1996
Sturm
23Mario GomezVfL Wolfsburg0.07.1985
13Thomas MüllerFC Bayern München13.09.1989
24Timo WernerRB Leipzig06.03.1996
?Kevin VollandBayer Leverkusen30.071992

Was bereitet Jogi Löw Kopfzerbrechen?

Dank guter Jugendarbeit in den Vereinen gibt es auch für die WM 2018 reichlich neue, aufregende Nachwuchstalente für die Nationalmannschaft. Trotzdem muss Jogi Löw noch einiges am Team feintunen um die Mission Titelverteidigung 2018 in die Realität umsetzen zu können.

Der Sturm

Die wichtigste Frage, die Jogi Löw seit nunmehr einigen Jahren für die Fans der Nationalmannschaft nicht ausreichend beantworten konnte ist die, nach einem adäquaten Ersatz für Rekordtorschützen Miroslav Klose. Nach seinem Rücktritt 2014 klafft bis heute eine Lücke im Sturm der DFB Elf. Thomas Müller kann diese sicherlich füllen, ist jedoch hinter den Spitzen deutlich besser aufgehoben. Wer wird nun also der neue „Bomber der Nation“? Nach guter Form bei Besiktas konnte Mario Gomez wieder zurück in den Kader finden und fuhr als etatmäßiger Stürmer zur EM 2016. Dort konnte er jedoch nicht die gewünschten akzente Setzen und bei der WM in Russland wird Gomez bereits knapp 33 Jahre alt sein. Jogi braucht also eine junge Lösung für die Zukunft. Er hat hierbei zwei alternativen, die sich bisher noch nicht im Dress der Nationalmannschft beweisen konnten: Kevin Volland (25) von Bayer Leverkusen und Timo Werner (21), der Senkrechtstarter von RB Leipzig. Je nachdem wie sich beide in die Mannschaft integrieren können, bleibt der Sturm wohl bis zur WM die größte Baustelle für den DFB.

Das Mittelfeld

Im Mittelfeld konnten die Abgänge von Poldi und Schweini durch einige tolle Talente bislang ordentlich abgefangen werden. Julian Weigl von Dortmund, Joshua Kimmich vom FC Bayern und Max Meyer vom S04 sind die Perspektivspieler für die Zukunft, ein fitter Ilkay Gündogan ist der Direktkandidat für einen Platz neben arrivierten Spielern wie Khedira, Kroos und Özil. Auch die auswahl auf den Flügeln mit Draxler, Sané, Schürrle und Reus ist weiterhin absolute Weltklasse. Hier hat Löw eher die Qual der Wahl.

Julian Draxler ist eine der vielen Mittelfeldhoffnungen von Jogi Löw für Russland 2018. PHOTO AFP.
Julian Draxler ist eine der vielen Mittelfeldhoffnungen von Jogi Löw für Russland 2018. PHOTO AFP.

Die Abwehr

Nach dem Abgang von Per Mertesacker und Philipp Lahm klafften da in der Abwehr schon deutlich größere Löcher. Mats Hummels Benni Höwedes und Jérôme Boeateng sind in der Innenverteidigung jedoch mittlerweile eine Bank und mit Niklas Süle stößt ein weiteres großes Talent hinzu. Jonas Hector hat sich derweil als Linker Verteidiger unabdingbar gemacht. Unaufgeregt, konstant und fehlerfrei spielt der Kölner diese Position mittlerweile nicht nur beim FC sondern auch bei der Mannschaft. Auf Lahms ehemaliger rechter Seite ist die Positionsfrage derweil bei weitem nicht so klar. Joshua Kimmich, der selbst lieber im Mittelfeld agieren würde, war in letzter Zeit die Standartlösung für Löw. Ein anderer Mittelfeldakteur, Sebastian Rudy, wurde auch immer mal wieder auf dieser Position eingesetzt. 2016 zeigte sich dann endlich eine weitere, auf der Position ausgebildete Alternative auf: Sebastian Henrichs von Bayer Leverkusen. Der 20 Jahre junge Außenverteidiger ist einer der Spieler, auf die man in den kommenden monaten und im WM Jahr 2018 besonders achten sollte. Er hat das Talent und alle Fähigkeiten auf lange Sicht hin die Lösung für die seit Lahms Abgang offene Außenverteidigerfrage zu werden.

Die Torhüter

Traditionell sind Torhüter in der Nationalmannschaft ein Luxusproblem. Man hat meist viel zu viele gute Keeper um sie alle mitnehmen zu können. Auch bei der WM in Russland wird dies wieder der Fall sein. Sollte Manuel Neuer fit sein ist er die klare Nummer eins, wer mit ihm fährt ist nicht so klar. Welche Nation kann schon von sich behaupten Die Torhüter von gleich vier Championsleague Achtelfinalisten zu stellen. Manuel Neuer, Kevin Trap, Marc-André ter Stegen und Bernd Leno hätten sicherlich alle das Potential die Nummer eins zu Tragen. Außer neuer darf sich aber wohl keiner der Jungs so ganz sicher um seinen Platz sein. Ein Problem, dass man als Fan oder Trainer gerne hat.

Fazit

Die Mischung der Nationalmannschaft für Russland sieht also alles in allem durchaus vielversprechend aus. Viele Spieler sind im Kader absoluter Topvereine, die Mannschaft hat sich erfolgreich verjüngt und wird bis Russland trotzdem noch einiges an Erfahrung in Verein und DFB-Trikot sammeln können. Die Chancen auf eine Titelverteidigung sind also durchaus da und man darf sich auf die WM 2018 in Russland freuen.