Alle Weltmeister 1974 bis 2018

Wer wird Weltmeister 2018 in Russland? Die deutschen Fußballfans hoffen natürlich, dass das Team von Budnestrainer Joachim Löw wieder Weltmeister wird – das WM Finale 2018 am 15.Juli 2018 wird den Gewinner küren. Vier Mal war Deutschland bereits – wir wollen euch nun hier einen Überblick geben wie die Weltmeister in den letzten Turnieren seit 1974 hießen.

Mario Goetze erzielt gegen Sergio Romero in der 113.Spielminute des Finales 2014 das entscheidene Tor! GABRIEL BOUYS / AFP
Mario Goetze erzielt gegen Sergio Romero in der 113.Spielminute des Finales 2014 das entscheidene Tor! GABRIEL BOUYS / AFP

Alle Weltmeister von 1974 bis 2014

WM 2014 (Brasilien) – Deutschland

Der aktuelle Weltmeister von Brasilien 2014 hieß nach 24 Jahren Titel-Abstinenz endlich wieder  Deutschland. Der DFB-Kader bestand aus einer gelungenen Mischung von 11 bereits WM-erfahrenen, sowie 12 Spielern, die zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft antreten durften. Allein für Miroslav Klose war es bereits die 4.WM im Dienste der deutschen Elf. Wie auch schon 2010 in Südafrika, wurde die Mannschaft um Kapitän Philipp Lahm und dem amtierenden Welttorhüter Manuel Neuer vom 54jährigen Joachim Löw trainiert. Als erfolgreichster WM-Debütant der deutschen Auswahl erwies sich neben Mats Hummels und André Schürrle vor allem auch der 22jährige Mario Götze, welcher den entscheidenden Siegtreffer im Finale der WM 2014 erzielen sollte.

Datum Mannschaft1- Mannschaft2Ergebnis
16. Jun 14DeutschlandPortugal4:0 (3:0)
16. Jun 14GhanaUSA1:2 (0:1)
21. Jun 14DeutschlandGhana2:2 (0:0)
22. Jun 14USAPortugal2:2 (0:1)
26. Jun 14USADeutschland0:1 (0:0)
26. Jun 14PortugalGhana2:1 (1:0)

Als gesetzter Kopf der Gruppe G hatte die deutsche Mannschaft in der Vorrunde zunächst gegen Portugal, Ghana und die USA zu bestehen. Vor allem der 4:0-Sieg der Deutschen gegen Portugal verwies den späteren Europameister um Christiano Ronaldo auf Gruppenplatz 3 und somit direkt in die Heimflieger. Allein gegen die Auswahl Ghanas kam Löws-Elf nicht über ein 2:2 hinaus, dennoch genügten die erreichten 7 Punkte zum Gruppensieg. Im Achtelfinale traf man mit Algerien auf einen eher exotischen Gegner. Lediglich zwei Spiele hatte eine deutsche Elf bisher gegen das nordafrikanische Land bestehen müssen. Das letzte lag bereits 32 Jahre zurück und war damals verloren worden. Deutschland sicherte sich das anschließende Viertelfinalticket erst mit Ablauf der Verlängerung. Der Gegner im Achtelfinale hieß Frankreich und war, nach dem kläglichen Ausscheiden als Gruppenletzter vier Jahre zuvor, entsprechend im Zugzwang. Dennoch verwandelte Mats Hummels den Siegtreffer der Partie bereits in der 12. Minute. Das anschließende Halbfinale gegen Brasilien sollte in die Fußball-Geschichte eingehen wie kaum ein zweites. Nach einem starken Beginn und zwei gut erspielten deutschen Treffern schienen die Ballzauberer, vor hauptsächlich heimischem Publikum, plötzlich wie erstarrt. Die Bilanz: Ein fast schon grotesker 1:7-Sieg und Einzug ins Halbfinale der Deutschen und eine stolze brasilianische Fußballnation, die wimmernd am Boden lag. Nicht weniger packend das Finalspiel gegen die Argentinier um Lionel Messi. Erst am Ende der Nachspielzeit, in Minute 113, gelingt dem drittjüngsten des deutschen Teams, Mario Götze, der allesentscheidende Siegtreffer und Deutschland ist zum vierten Male Fußball-Weltmeister. Kurz darauf gaben Kapitän Philipp Lahm (31), der neu gekürte WM-Rekordtorschütze mit 16 Treffern Miroslav Klose (46) und Per Mertesacker (29) ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.

Deutschland wird Weltmeister 2014 im Maracana Stadium in Rio de Janeiro am 13. Juli 2014. AFP PHOTO / PEDRO UGARTE
Deutschland wird Weltmeister 2014 im Maracana Stadium in Rio de Janeiro am 13. Juli 2014. AFP PHOTO / PEDRO UGARTE

Das war der Weltmeister 2014 Kader

Während der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien zählten zum Kader der deutschen Nationalmannschaft die drei Torhüter Manuel Neuer (FC Bayern München), Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund) und Ron-Robert Zieler (Hannover 96). Zu den acht Verteidigern gehören Jerome Boateng (FC Bayern München), Philipp Lahm (FC Bayern München), Erik Durm (Borussia Dortmund), Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Benedikt Höwedes (FC Schalke 04), Per Mertesacker (Arsenal London) und Shkodran Mustafi (FC Valencia). Zum großen Aufgebot im Mittelfeld zählten Mario Götze (FC Bayern München), Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München), Thomas Müller (FC Bayern München), Toni Kroos (Real Madrid), Sami Khedira (Real Madrid), Julian Draxler (FC Schalke 04), Matthias Ginter (Borussia Dortmund), Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach), Mesut Özil (Arsenal London), Lukas Podolski (Inter Mailand) und Andre Schürrle (VFL Wolfsburg). Miroslav Klose (Lazio Rom) war als einzig gelernter Stürmer mit von der Partie.

WM 2010 (Südafrika) – Spanien

Der amtierende Europameister Spanien brach bei der WM 2010 in Südafrika nicht nur seinen, seit 1986 bestanden „WM-Viertelfinal-Fluch“, sondern sicherte sich im Finale in Johannesburg sogar den ersten Stern bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Im Wesentlichen stellte Nationaltrainer Vicente del Bosque den erfolgreichen Kader der WM 2008 auf, es gab lediglich drei Debütanden.

In der Vorrunde wurde der Gruppensieg in Gruppe H nur mit einem Tor Vorsprung vor Chile erreicht, gegen die Schweiz hatte man gar verloren. Lediglich Honduras wurde im Gruppenspiel mit 2:0 geschlagen. Es sollte dennoch der höchste Turnier-Sieg für die Spanier bleiben. An allen spanischen Treffern der Vorrunde beteiligt und im Folgenden auch verantwortlich für die Siegtreffer in Achtel- und Viertelfinale war Valencias Stürmer David Villa (32). Das Achtelfinale wurde gegen den Nachbarn Portugal bestritten, Villas Siegtreffer in Minute 63 jedoch eigentlich aus dem Abseits heraus erzielt. Im Viertelfinale trafen die Spanier auf die Auswahl Paraguays. Nach einem zähen Spiel traf Villa diesmal allerdings erst spät (83. Minute) zu seinem fünften und letzten Turniertreffer. Wie im EM-Finale zwei Jahre zuvor trafen sich Spanien und Deutschland dieses Mal im Halbfinale einer WM. Fernando Torres, dem der entscheidende Siegtreffer zum EM-Titel gelang, wurde erst kurz vor Schluss für den bis dahin überragenden Villa eingewechselt. Den Siegtreffer zum erneuten 1:0 erzielte Innenverteidiger Carles Puyol per Kopfball nach einer linken Ecke in Minute 73. Im großen Finale standen die Spanier dann den Niederländern gegenüber. Als zweimaliger Vizeweltmeister ohne Titel hatten die Holländer bereits Brasilien, Uruguay und die Slowakei aus dem Turnier geworfen. Nach wenigen, aber vergleichbar sicheren, Möglichkeiten für beide Finalisten, ging es nach 90 Minuten torlos in die Verlängerung. Nachdem der Niederländer Heitinga kurz vor Beginn der letzten 15 Minuten gelb-rot gesehen hatte, gelang dem spanischen Stürmer Andrés Iniesta in Minute 116 der entscheidende Siegtreffer. Spanien wurde mit nur acht Turniertoren Fußball-Weltmeister 2010 und damit auch der erste WM-Sieger auf dem afrikanischen Kontinent.

Der Spanier Iker Casillas (C) hält den Pokal der Euro 2008, den Weltcup-Pokal am 11.July 2010 in Johannesburg und den Pokal der Euro 2012 in Kiev. AFP PHOTO / OLIVER LANG/JAVIER SORIANO/FRANCK FIFE
Der Spanier Iker Casillas (C) hält den Pokal der Euro 2008, den Weltcup-Pokal am 11.July 2010 in Johannesburg und den Pokal der Euro 2012 in Kiev. AFP PHOTO / OLIVER LANG/JAVIER SORIANO/FRANCK FIFE

WM 2006 (Deutschland) – Italien

Ihren vierten WM-Sieg feierte die Squadra Azurra am 9.Juli 2006 in Berlin. Obwohl die Auswahl von Trainer Marcello Lippi zu den ältesten Kadern des Turniers zählte, fanden seine Italiener, die zu dieser Zeit ausnahmslos in heimischen Clubs verpflichtet waren, schnell in das Turnier.

Als Kopf der Gruppe E sicherten sich die Männer von der Adria den Gruppensieg gegenüber Ghana, Tschechien und den USA. Die erste große Hürde war allerdings erst im Verlaufe des Achtelfinalspiels gegen Australien aufgetaucht. Zwar konnte Francesco Totti bereits in der 5. Minute einen ungerechtfertigten Elfmeter für seine Italiener verwandeln, allerdings musste seine Mannschaft beinahe die gesamte zweite Halbzeit zu zehnt verbringen. Marco Materazzi, der noch zu einer unrühmlichen Hauptfigur des Finalspiels werden sollte, hatte in Minute 51 die rote Karte gesehen. Dennoch wurde das 1:0 über die Zeit gebracht. Im Viertelfinale traf die Squadra Azzurra in Hamburg auf die erstmals WM-qualifizierten Ukrainer. Auch hier gelang die frühe Führung, diesmal durch Gianluca Zambrotta. Den Halbfinaleinzug zementierten dann die folgenden Treffer von Luca Toni in den Minuten 59 und 69. Mit der Halbfinalbegegnung zwischen WM-Gastgeber Deutschland und Italien stand im Folgenden ein Klassiker an. In einem ausgeglichenen Spiel fiel, für keine der beiden Mannschaften, ein Tor in der regulären Spielzeit. Auch während der Verlängerung sah es lange so aus, als ob sich der Sieger im Elfmeterschießen beweisen müsste. In Minute 119 (!) gelang Fabio Grosso jedoch das völlig unerwartete 1:0 für die Italiener.

Miroslav Klose feiert sein 2.Tor gegen Ecuador im Vorrundenspiel am 20. Juni 2006 im Berliner Olympiastadium. AFP PHOTO / VINCENZO PINTO
Miroslav Klose feiert sein 2.Tor gegen Ecuador im Vorrundenspiel am 20. Juni 2006 im Berliner Olympiastadium. AFP PHOTO / VINCENZO PINTO

Das deutsche Sommermärchen endete endgültig, als Alessandro Del Piero zwei Minuten später gegen die, mit Leibeskräften auf den Ausgleich drängenden, Deutschen noch das 2:0 gelang. Im Endspiel standen sich mit Frankreich und Italien dann die beiden Finalisten der EM 2000 gegenüber. Sechs Jahre zuvor hatte Frankreich in der Verlängerung mit 2:1 durch ein Golden Goal gewonnen. Auch dieses Mal sollte es nach einem Unentschieden in die Verlängerung der Partie gehen, nachdem Zidane in Minute 7 einen Foulelfmeter verwandelt und wenig später Materazzi für die Italiener ausgeglichen hatte. Der Rest der regulären Spielzeit und auch die folgenden 30 Minuten blieben torlos. Für Zinédine Zidane, den dreifachen Weltfußballer des Jahres und unumstrittenen Star der französischen Équipe Tricolore, endete das letzte Länderspiel seiner Karriere vorläufig in Minute 110. Nach einer Tätlichkeit gegen den italienischen Torschützen Materazzi, der einige verbale Provokationen des Italieners vorausgegangen waren, musste Zidane nach einer roten Karte den Rasen des Berliner Olympiastadions verlassen. Im folgenden Elfmeterduell konnte Italien bereits die ersten fünf Schüsse verwandeln und ließ die bis dahin erfolgreichen und stolzen Franzosen als Vizeweltmeister im Regen stehen.

WM 2002 (Japan/Südkorea) – Brasilien

Ihren fünften WM-Titel holten sich die brasilianischen Ballzauberer bei der ersten asiatischen WM 2002 in Japan und Südkorea. Damit wurde die Seleção Fußball-Weltmeister auf dem vierten Kontinent. Im brasilianischen „Star-Kader“ von 2002 befanden sich mit Ronaldo, Rivaldo, Ronhaldinho und Kaká ganze vier ehemalige, amtierende oder spätere Weltfußballer des Jahres und mit Roberto Carlos auch ein Zweitplatzierter desselben Titels, von denen auch viele zu dieser Zeit in europäischen Spitzenclubs verpflichtet waren. Der kurz zuvor eingestellte Luiz Felipe Scolari gab damals sein Trainer-Debüt bei der brasilianischen Nationalmannschaft, ging nach dem Finalsieg und tauchte 2012 in Vorbereitung auf die Gastgeber-WM 2014 erneut als Nationaltrainer in Erscheinung.

Die Startaufstellung am 25. Juni 2002 im Halbfinale gegen Südkorea (hinten von links: Dietmar Hamann, Marco Bode, Michael Ballack, Christoph Metzelder, Thomas Linke;vorne von links: Carsten Ramelow, Bernd Schneider, Miroslav Klose, Torsten Frings und Oliver Kahn). AFP PHOTO - Jacques DEMARTHON
Die Startaufstellung am 25. Juni 2002 im Halbfinale gegen Südkorea (hinten von links: Dietmar Hamann, Marco Bode, Michael Ballack, Christoph Metzelder, Thomas Linke;vorne von links: Carsten Ramelow, Bernd Schneider, Miroslav Klose, Torsten Frings und Oliver Kahn). AFP PHOTO – Jacques DEMARTHON

Brasilien erwischte mit der Türkei, Costa Rica und China zunächst eine vergleichsweise milde Gruppe C und sicherte sich den standesgemäßen 9-Punkte-Gruppensieg mit elf Toren. Im weiteren Verlauf des Turniers traf man dann nur noch auf UEFA-Mitglieder. Der Achtelfinalgegner war zunächst die Auswahl Belgiens, die mit 2:0, nach Treffern von Ronaldo und Rivaldo, bezwungen wurde. Im Viertelfinale musste die Seleção dann gegen England, damals noch unter Kapitän David Beckham, bestehen. Der frühen Führung durch Michael Owen begegneten die Brasilianer nach der Halbzweitpause. Rivaldo, der bisher in jeder Partie des Turniers ein Tor erzielt hatte, traf in Minute 45. Ronhaldinho sorgte fünf Minuten später für den Führungs- und Siegtreffer. Im Halbfinale trafen die Brasilianer erneut auf den ehemaligen Gruppengegner Türkei, der bis dato seine erfolgreichste WM-Teilnahme verbuchen konnte.

Entgegen der Vorrunden-Partie konnten die Türken diesmal besser im Zaum gehalten werden und somit gelang dem späteren Weltfußballer des Jahres 2002, Torschützenkönig der WM 2002 und „Man oft the match“ Ronaldo in der 49. Minute sein bereits sechstes Turniertor, welches zum Einzug ins Finale gegen Deutschland genügen sollte. Im Finale standen sich dann die beiden erfolgreichsten WM-Mannschaften erstmals direkt bei einer WM gegenüber. Star-Schiedsrichter Pierluigi Collina pfiff das Spiel in Yokohama nach den regulären 90 Minuten ab. Bis dahin hatte Ronaldo bereits zwei weitere Male „zugeschlagen“ und seiner Seleção und der Fußballnation Brasilien den fünften Stern beschert. Die DFB-Elf ging als torloser Vize-Weltmeister vom Platz

WM 1998 (Frankreich) – Frankreich

Frankreich wurde 1998 nach Uruguay, Italien, England, Argentinien und Deutschland als sechste Nation im eigenen Land Weltmeister. Es war der erste WM-Sieg einer französischen Auswahl. Nationaltrainer Aimé Jacquet hatte unter seinen 23 Spielern etliche Stars zu bieten. Neben Torwart-Legende Fabien Barthez waren auch hochdekorierte Spieler wie Thierry Henry, David Trezeguet und Zinédine Zidane im Kader der damaligen französischen Mannschaft vertreten. Bereits die dritte WM für die Équipe Tricolore bestritt Mannschaftskapitän Didier Deschamps, der ab 2012 selbst die Rolle des Nationaltrainers übernehmen und seine Mannschaft bei der WM 2014 bis ins Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Deutschland führen sollte.

Lothar Matthaus (L) und Ronaldinho aus Brasilien (7),beim FIFA Confederations Cup tournament Guadalajara, Mexico, 24 July,1999. AFP PHOTO/JORGE SILVA
Lothar Matthaus (L) und Ronaldinho aus Brasilien (7),beim FIFA Confederations Cup tournament Guadalajara, Mexico, 24 July,1999. AFP PHOTO/JORGE SILVA

Die Franzosen starteten erwartungs- und druckvoll in die Vorrunde. Nach drei Spielen konnten dadurch neun Punkte und neun Tore bei nur einem Gegentreffer mit in die K.o.-Runde genommen werden. Gruppengegner des Gastgebers waren Dänemark, Südafrika und Saudi-Arabien. Im Achtelfinale stand mit Paraguay der erste ebenbürtige Gegner an. Nachdem die reguläre Spielzeit abgelaufen war, traf Laurent Blanc in Minute 116 durch das damals übliche Golden Goal und beendete somit das Spiel noch vor Ablauf der kompletten Nachspielzeit. Die letzten drei Spiele bis zum Titel hatten die Franzosen allesamt im Stade de France in Paris (Saint-Denis) zu bestehen. Im Viertelfinale traf man mit Italien auf den bis dahin schwierigsten Gegner. 120 Spielminuten blieben auf beiden Seiten torlos und so mussten die Italiener im ungeliebten Elfmeterduell gegen den Gastgeber antreten. Für Spannung bis zum Schluss sorgte je ein verschossener Elfmeter pro Mannschaft bis zum vierten Versuch. Frankreichs Blanc machte ihn, doch Di Bagio setzte den entscheidenden Schuss an die Latte und beendete damit das Turnier für die Squadra Azzurra mit 4:3. Frankreichs Halbfinalgegner waren die Kroaten um den gefürchteten Stürmer Davor Šuker, heute Präsident des kroatischen Fußballverbandes, welcher seine Männer vom Balkan in Führung schoss.

Zwei Tore durch Lilian Thuram ermöglichten den Franzosen allerdings dennoch den Einzug ins Finale. Hier traf Frankreich nun auf Rekordweltmeister Brasilien und lieferte ein tadelloses Fußballspiel ab. Zidane traf zweimal per Kopf nach Eckbällen. Dem hatten die Südamerikaner um Superstar Ronaldo wenig entgegenzusetzen. Selbst als das französische Team, nach einem Platzverweis, die letzten 20 Minuten zu zehnt auskommen musste, gelang es den Brasilianern nicht, die Abwehr des europäischen Gastgebers zu überwinden. Am Ende traf Emmanuel Petit zum 3:0 durch einen Konter in der Nachspielzeit und machte den ersten französischen WM-Sieg perfekt.

WM 1994 (USA) – Brasilien

Bereits den vierten WM-Titel holten sich die Brasilianer 1994 bei der Endrunde in den USA. Weltweit gefürchtet und in Brasilien gefeiert war das damalige Stürmerduo Romário und Bebeto. Dennoch wurde im Vorfeld Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira, der bereits 10 Jahre zuvor sein Trainerdebut in Brasilien gegeben und diverse Nationalteams in aller Welt trainiert hatte, in der Heimat oft wegen seines nüchternen Fußball-Stils kritisiert. Der Kapitän des Kaders, Carlos Dunga, erreichte später als Trainer der Brasilianer bei der WM 2010 leider nur das Viertelfinale, was auch ihm schwer angelastet wurde. Nichtsdestotrotz übernahm er den eher ungeliebten Job erneut für zwei Jahre nach dem verheerenden WM-Aus von 2014 gegen Deutschland (1:7) von Luiz Felipe Scolari.

Bulgarian gewinnt mit Iordan Letchkov mit 3:2 gegen Deutschland (Guido Buchwald, Lothar Matthaeus undThomas Haessler) AFP PHOTO/JEAN-LOUP GAUTREAU
Bulgarian gewinnt mit Iordan Letchkov mit 3:2 gegen Deutschland (Guido Buchwald, Lothar Matthaeus undThomas Haessler) AFP PHOTO/JEAN-LOUP GAUTREAU

Als Kopf und späterer Sieger der Gruppe B mit Schweden, Russland und Kamerun ging es für Brasilien souverän und mit nur einem Gegentreffer in die K.o.-Phase. Gegen die US-amerikanischen Gastgeber standen die Südamerikaner im Achtelfinale deutlich unter Erfolgsdruck. Dennoch musste die Seleção mehr als eine komplette Halbzeit mit nur zehn Spielern bestreiten. Erst 18 Minuten vor Abpfiff erzielte Bebeto den Siegtreffer, mit dem sich die Brasilianer für das Viertelfinale gegen die Niederlande qualifiziert hatten. Auch hier blieb die erste Halbzeit torlos. Nachdem das brasilianische Stürmerduo allerdings in den Minuten 53 und 63 getroffen hatte, war der Spielstand 13 Minuten später durch die Holländer wieder ausgeglichen worden. Den entscheidenden Siegtreffer erzielten dennoch die Brasilianer. Im Halbfinale stand man erneut dem Gruppengegner Schweden gegenüber, dessen Defensiv-Spiel man schon in der Vorrunde nicht viel entgegenzusetzen hatte. Mit einem Alleingang entschädigte Romário seine Fans für die vorangegangenen zähen und torlosen 80 Minuten dieses Halbfinalspiels. Mit einem 1:0 zog die Seleção schließlich ins Finale gegen Italien ein. Beide Teams vereinte der Wunsch nach einem vierten WM-Sieg, für die Italiener allerdings sollte dieser Traum erst 12 Jahre später in Berlin in Erfüllung gehen. Das Finale in Pasadena (Kalifornien) war geprägt von italienischer Defensiv-Taktik und sollte als eines der fußballerisch langweiligsten Finalspiele in die WM-Geschichte eingehen. Im abschließenden Elfmeterduell bewiesen die Brasilianer jedoch die besseren Nerven, während man auf italienischer Seite zwei Versuche komplett verschoss. Mit einem Endstand von 3:2 gewann Brasilien nach 24 Jahren wieder einen WM-Titel.

 

WM 1990 (Italien) – Deutschland

Der deutsche WM-Sieg von 1990 war eine tadellose fußballerische Glanzleistung, in deren Verlauf man gegen viele große Fußballnationen zu bestehen hatte. Teamchef der Mannschaft, wie auch schon in Mexiko 1986, war Franz Beckenbauer. Der deutsche Weltmeister von 1974 galt damals weltweit wohl als der bekannteste deutsche Fußballer. Zum Kader der WM 1986 gehörten die Urgesteine Lothar Matthäus und Pierre Littbarski (beide zum dritten Mal bei einer WM dabei), aber auch spätere prominente Debütanden wie Andi Möller, Thomas „Icke“ Häßler, Jürgen Klinsmann und Andi Köpke. Komplettiert wurde die Elf von weiteren erfahrenen Profis, wie etwa Rudi Völler, Andi Brehme und Klaus Augenthaler.

Lothar Matthaeus (L) und Pierre Littbarski feiern am 08. Juli 1990 in Rom. AFP PHOTO
Lothar Matthaeus (L) und Pierre Littbarski feiern am 08. Juli 1990 in Rom. AFP PHOTO

Die Vorrunde in der Gruppe D mit Jugoslawien, Kolumbien und den Vereinigten Arabischen Emiraten überstand die deutsche Elf als Gruppenerster und mit zehn Treffern aus drei Spielen. Berühmt im negativen Sinne wurde das folgende Achtelfinale der Deutschen gegen die Auswahl der Niederlande im Mailänder Stadio Guiseppe Meazza. Die fußballerische Konkurrenz und Antipathie zwischen beiden Ländern befand sich zu dieser Zeit auf einem Höhepunkt. Entsprechend hart und unfair ging es her bei diesem K.o.-Spiel. Besonders auf Stürmer Matthäus hatten es die Holländer abgesehen, was der argentinische Schiedsrichter aber zunächst nur milde ahndete. Die Reibereien zwischen Frank Rijkaard und Rudi Völler gipfelten bereits nach 22 Minuten Spielzeit in einem Platzverweis für beide Spieler, nachdem Rijkaard den späteren deutschen Bundestrainer zweimal angespuckt hatte. Dennoch konnte die Partie mit 2:1, nach Treffern durch Klinsmann und Brehme, zu einem guten Ende geführt werden. Für den gesperrten Völler hatte Beckenbauer beim nun folgenden Viertelfinale gegen die Tschechoslowakei den WM-Debütanden Karl-Heinz Riedle aufgestellt. Die Partie wurde vom österreichischen Schiedsrichter Helmut Kohl in Mailand angepfiffen und erwies sich schnell als ähnlich unfaires Spiel, wie auch schon das vorangegangene Achtelfinale. Bereits nach 25 Minuten konnte Lothar Matthäus dadurch auch einen Foulelfmeter versenken und so das Halbfinalticket lösen. Im sehr engen Halbfinale gegen England stand es anschließend nach 120 Minuten 1:1 und beide Mannschaften machten sich für das Elfmeterschießen bereit. Die Deutschen verwandelten ihre vier Versuche, England scheiterte einmal an Illgner und am Ende an den eigenen Nerven. Damit hatte Deutschland das Finale einer WM zum dritten Mal erreicht. Im letzten Spiel des Turniers traf man in Rom auf den amtierenden Weltmeister aus Argentinien. Auch in der zweiten Halbzeit dieses Spiels dominierten grobe Szenen das Bild und den Abpfiff erlebten nur neun der Argentinier um Superstar Diego Maradona. Den berühmten Siegtreffer erzielte Andreas „Andi“ Brehme fünf Minuten vor Schluss per Foulelfmeter.

WM 1986 (Mexiko) – Argentinien

Niemals vor 1986 oder auch danach prägte ein einzelner Spieler eine ganze Fußball-WM. Der neue argentinische Mannschaftskapitän Diego Maradona. Bereits zum zweiten Mal bei einer WM dabei, erhoffte man sich in Argentinien und auch auf der Trainerbank von Carlos Bilardo sehr viel vom „Pibe de oro“ (etwa: „Der kleine Goldene“), welcher nach dem gewonnenen Turnier zum „Man of The Match“ und Weltfußballer des Jahres gewählt wurde.

In der Vorrunde bekam Argentinien den Titelverteidiger Italien zugelost. Bulgarien und Südkorea komplettierten die Gruppe A, aus der Argentinien schließlich nach zwei Siegen und einem 1:1 unentschieden gegen Italien als Sieger hervorging. Das sich anschließende Achtelfinale gegen Uruguay, immerhin zweimaliger Weltmeister, konnte relativ souverän mit 1:0 gewonnen werden. Legendenstatus sprach man jedoch dem sich anschließenden Viertelfinale gegen England zu. Innerhalb von vier Minuten erzielte Maradona zwei der berühmtesten Tore der Fußballgeschichte. Das erste wurde ihm vom tunesischen Schiedsrichter Ali bin Nasser gegeben, obwohl Maradona den Ball gezielt mit der Hand über den herannahenden englischen Keeper Shilton gelupft hatte. Dieses Tor wird bis heute als das „Hand-of-God-Goal“ bezeichnet, weil Maradona, in einem späteren Interview darauf angesprochen, von der Hand Gottes sprach, die den Ball ins Tor befördert habe. Nur vier Minuten später erzielte das argentinische Dribbelwunder das 2:0, nachdem er über 60m im Alleingang zurückgelegt und dabei fünf englische Gegner umspielt hatte. Dieses Tor wurde, ganze 16 Jahre später, von der FIFA zum „WM-Tor des Jahrhunderts“ gewählt und verlieh Maradona damit endgültig weltweiten Legendenstatus. Der einzige englische Treffer, kurz vor Schluss, fiel damit nicht weiter ins Gewicht. Auch das Halbfinale gegen den Überraschungsgegner Belgien wurde von den Toren des argentinischen Mannschaftskapitäns bestimmt. Die Belgier hatten erstmals bei einer WM das Halbfinale erreicht, waren den dribbelstarken Südamerikanern um Valdano, Burruchaga und Maradona aber nicht gewachsen. Letzterer traf doppelt zum 2:0 Sieg, wobei das letzte der beiden Tore, ebenfalls im Jahr 2002, auf Platz vier der „WM-Tore des Jahrhunderts“ gewählt wurde. Im finalen Spiel um den WM-Sieg 1986 trafen die Argentinier dann auf die Deutschen, deren Abwehr sich ganz besonders um Spielmacher Maradona zu kümmern hatte, welcher teilweise durch zwei Abwehrspieler gleichzeitig gedeckt wurde. Kurz nach der Halbzeitpause stand es bereits 2:0 für Argentinien, jedoch konnte das DFB-Team durch Treffer von Rummenigge und Völler, ausgleichen. Den Siegtreffer für die Blau-Weißen erzielte letztlich Jorge Burruchaga in Minute 84 und machte somit den zweiten argentinischen WM-Titel perfekt.

WM 1982 (Spanien) – Italien

Ihren dritten WM-Titel gewann die Squadra Azzurra bei der WM 1982 in Spanien. Der damalige Stürmer-Star, der allein sechs der t zwölf italienischen Turnier-Treffer erzielte, war Paolo Rossi. Nach dem Debüt zur WM 1978 in Argentinien, bei dem er seine Italiener immerhin auf Platz 4 schoss, gehörte er ab 1981 wieder zum festen Inventar von Juventus Turin und verhalf dem Verein in dieser Zeit zum endgültigen Aufstieg in die Riege der europäischen Großvereine. Dem italienischen Nationaltrainer Enzo Bearzot verlieh der WM-Titel in Italien Legendenstatus. Bis zu seinem Ausstieg 1986 erlangte er in 104 Länderspielen den Status des erfolgreichsten italienischen Nationaltrainers der Nachkriegszeit.

Der besondere Modus des Turniers machte es möglich, dass Italien Weltmeister werden konnte, ohne ein Vorrundenspiel gewonnen zu haben. Alle drei Spiele, gegen Polen, Peru und Kamerun, endeten unentschieden. Lediglich ein einziges Tor, welches gegenüber Kamerun erzielt wurde, rettete den späteren Weltmeister vor dem frühzeitigen Aus. Die K.o.-Runde begann mit der sogenannten Zwischenrunde, bei der sich 4 Gruppen mit je drei Mannschaften gegenüberstanden. Das jeweils erstplatzierte Team löste automatisch ein Halbfinalticket. Hier bekamen es die Italiener gleich mit zwei Weltmeistern, nämlich denen von 1970 und 1978, zu tun. Das Spiel gegen den noch amtierenden Weltmeister aus Argentinien, inklusive Stürmer Maradona, konnten die Südeuropäer mit 2:1 für sich entscheiden. Gegen die Brasilianer traf Rossi bis zum 3:2-Endstand genau drei Mal und schien damit das italienische Turnierfeuer endgültig entfacht zu haben. Das Halbfinale gegen Polen konnte ebenfalls Paolo Rossi für die Squadra Azzurra bestreiten, indem ihm die einzigen zwei Treffer des Spiels gelangen. Polen ging ohne seinen gelbgesperrten Stürmerstar Zbigniew Boniek leer aus. Im großen Finale traf man dann auf Deutschland und somit auf den dritten Ex-Weltmeister in vier Spielen, löste diese Aufgabe aber ebenso souverän, wie auch schon zuvor. Für Italien trafen Rossi, Tardelli und Altobelli, nachdem sich die konditionelle Schwächung der deutschen Elf nach der Halbzeitpause immer deutlicher bemerkbar machte. Paul Breitner gelang immerhin noch ein deutscher Ehrentreffer in Minute 83.

WM 1978 (Argentinien) – Argentinien

Ihren ersten WM-Titel gewann die Albiceleste als Gastgeberin der WM 1978. César Luis Menotti, bereits zur WM 1974 in Deutschland als argentinischer Nationaltrainer verpflichtet, stand in Anbetracht des bevorstehenden sportlichen Großereignisses unter der damaligen Militärdiktatur Argentiniens unter großem Druck. So verzichtete er beispielsweise für den WM-Kader auf den damals erst 17jährigen Nationalspieler Diego Maradona, aus Angst, dieser könne dem Druck nicht standhalten. Die argentinischen Stürmer-Stars der 70er Jahre waren dagegen Mario Kempes und Leopoldo Luque, welchen zehn der 15 WM-Treffer für ihr Team gelangen.

16 Nationen traten in sechs argentinischen Stadien und zwei Runden mit anschließendem großem und kleinem Finale gegeneinander an. Die erste Runde in Gruppe 1 bescherte den Gastgebern zwei Siege gegen Frankreich und Ungarn (jeweils 2:1), jedoch verpasste man den Gruppensieg, weil es beim letzten Spiel gegen Italien nur zu einer 0:1-Niederlage gereicht hatte. Umso erfolgreicher verlief die zweite Gruppenphase der WM 1978 für die argentinische Elf, in der man ohne Gegentor als Gruppenerster ins Finale einzog. Reichte es gegen den brasilianischen Nachbarn nur zu einem torlosen Remis, glänzten die Gastgeber mit einem 2:0 gegen Polen und einem 6:0-Sieg gegen die Überraschungsgegner aus Peru. In Gruppe A lösten die Niederländer ihr Finalticket und trafen so im Endspiel auf den Gastgeber. Die Oranje stand nicht schlecht da gegen die erbittert kämpfenden Südamerikaner in deren Hauptstadt Buenos Aires. Dennoch stand es nach 120 Minuten 3:1 für die Heimmannschaft. Star des Abends war ein weiteres Mal „El Matador“ Mario Kempes.

WM 1974 (Deutschland) – Deutschland

Der ersten, in Deutschland ausgetragenen, Fußball-Weltmeisterschaft sollte 1974 der verdiente zweite WM-Sieg folgen. Untrennbar mit diesem Turnier sind viele Namen verbunden, zu denen neben Mannschaftskapitän Franz Beckenbauer vor allem weitere WM-erfahrene Spieler wie Sepp Maier, Horst-Dieter Höttges, Berti Vogts, Günter Netzer, Wolle Overath und Gerd Müller gehören. Aber es war auch die Stunde der erfolgreichen deutschen WM-Debütanden wie Paul Breitner, Georg Schwarzenbeck oder Uli Hoeneß. Das Amt des Bundestrainers hatte bereits zehn Jahre zuvor der gebürtige Dresdner Helmut Schön von seinem Vorgänger Sepp Herberger übernommen, der die DFB-Elf seinerseits im Jahre 1954 zum ersten WM-Sieg geführt hatte.

DDR-Nationalspieler Jürgen Sparwasser (Links) erzielt das Siegtor gegen Westdeutschland. Im Bild sind Horst Hoettges (C), Berti Vogts (2) und Torwart Sepp Maier am 22. Juni 1974 in Hamburg. AFP PHOTO

Erstmals wurde in zwei Finalrunden gegen jeweils drei gegnerische Mannschaften gespielt, wobei aus der zweiten Runde nur die beiden Gruppenersten das Finale erreichen konnten. In der ersten Phase sah sich das bundesdeutsche Team in Gruppe 1 mit den Mannschaften der DDR, Australien und Chile konfrontiert. Fuhr man gegen Chile einen 1:0- und gegen Außenseiter Australien einen 3:0-Sieg ein, schmerzte vor allem die sportliche 0:1-Niederlage gegen die DDR-Auswahl nach dem berühmten Treffer durch Jürgen Sparwasser. Dies war und blieb das erste und einzige A-Spiel zwischen beiden deutschen Staaten bis zur Wiedervereinigung. Vor allem der Ausgang dieses letzten Spiels der ersten Gruppenrunde war der Grund für eine anschließende mannschaftsinterne Revolte gegen den, ihrer Meinung nach, zu zögerlich agierenden Bundestrainer Schön. Geboren war der Mythos der sogenannten „Nacht von Malente“, abgeleitet von dem kleinen holsteinischen Örtchen Bad Malente, in welchem die Nationalmannschaft traditionell ihr Trainingslager vor Weltmeisterschaften abhielt und wo nun „getagt“ wurde. Bekannt ist lediglich, dass Schön seiner Mannschaft, und vor allem Kapitän Franz Beckenbauer, Zugeständnisse in puncto Mitspracherecht in Bezug auf die Taktik der DFB-Elf machen musste. Entsprechend überzeugend verlief denn auch das kommende Spiel der Deutschen in der Gruppe B gegen Jugoslawien (2:0). Zu knabbern hatte man an den zunächst in Führung gegangenen Schweden, die aber dennoch, mit 4:2, bezwungen werden konnten. Der letzte Gruppengegner Polen wurde auf einem eigentlich unbespielbarem Platz in der „Wasserschlacht von Frankfurt“ mit einem knappen 1:0-Sieg durch Gerd Müller besiegt. Eine Verschiebung des Spiels wäre dringend erforderlich gewesen, war aufgrund von Terminschwierigkeiten aber nicht vorgesehen. Durch den Gruppensieg hatte sich die DFB-Auswahl das Finalticket gegen die Niederländer gesichert, die ihrerseits zuvor die DDR, Brasilien und Argentinien besiegt hatten. Im Münchner Olympiastadion stand es bereits nach 25 Spielminuten zwischen beiden Teams schon 1:1 durch zwei verwandelte Foulelfmeter. Den entscheidenden Treffer lieferte schließlich „der Bomber“ Gerd Müller, bis heute mit 365 Toren der unerreichte Rekord-Torschütze der Bundesliga. Deutschland war nach dem „Wunder von Bern“, dem Endspiel der WM 1954 gegen Ungarn, erneut Fußball-Weltmeister. Diesmal sogar im eigenen Land.